MuGl 2026 im CVJM-Hotel in Kassel
Fußläufig zum Herkules am Westrand der Stadt, in einer alten Villensiedlung aus der Gründerzeit, umgeben von parkartigen Gärten, liegt das Anwesen des CVJM, das auch Ausbildungscampus und Fortbildungseinrichtungen umfasst. Es bot uns 30-köpfiger Freizeitbelegschaft in angenehmer Weise das Zuhause auf Zeit.

Das spannende Thema, was bedeutet uns Christus heute, wurde in zwei Arbeitseinheiten Donnerstag und Samstag reflektiert. Nicht biblische Aussagen standen im Mittelpunkt, sondern persönliche Auseinandersetzung mit Fragen zu Widersprüchen, Überforderung, Toleranz – die öfters im Plenum visualisiert und dadurch auch Veränderung in Wahrnehmung und Einstellung für einen selber aber auch für die Gruppe erlebbar wurden. Zum Schluss der ersten Arbeitseinheit ging Rebekka mit uns in eine Meditation, so dass jede/r sich sammeln und seine Mitte finden konnte.

Aber auch in kleinen Gruppen wurde intensiv debattiert, Fragen wie: Kann ich nicht noch mehr tun, wann ist mal gut, wie sind äußere Umstände z. B. Krieg, Epidemie, Hunger, Armut angesichts der eigenen Machtlosigkeit zu beurteilen? Was fasziniert an großen Vorbildern, Franz von Assisi, Dietrich Bonhoeffer, Martin Luther King oder Mutter Theresa? Beide Arbeitseinheiten eifrig, ernst und engagiert und doch annehmend, vertraulich und diskret, die Arbeitsathmosphäre war klasse und lebte sehr von der Präsenz von Rebekka und Annette. So sehr jede/r der Teilnehmenden sich mit dem Thema auseinanderzusetzen hatte, zur MuGl gehören auch immer Spaß und die gemeinsamen Ausfahrten, und auch hier kam keine/r zu kurz. Es wird immer darauf geachtet, dass die Autofahrergruppe (!) integriert wird und eigentlich sollten sich die einzelnen Moppedgruppen zu maximal sechs Leuten zusammenfinden und keine/r vom Fahrniveau überfordert werden.

Das waldreiche ländliche Nordhessen bietet fahrerisch und gastronomisch Einiges auf. Burgen, Waldschänken, Fachwerkstädte, kleine verwundene Sträßchen, mehr fürs zügige Moppedwandern denn zum Schnellfahren, mehr zum Rapsfelder riechen denn zum Endurofahrwerktesten. So trafen wir in mehr oder weniger kleinen Gruppen am Donnerstag Nachmittag im Gasthaus zum Lindenwirt in Wesertal bei Kaffee, Kuchen, Waffeln.

Abends eine kurze gcm-VV, einige unserer Gruppen sind recht aktiv, verjüngen sich und haben noch viel vor, so wie Anke vom ACM-Braunschweig berichtete. Auch die Beschaffung von MuGl-Quartieren, bezahlbar mit genug Einzelzimmern, haustierfreundlich und zentral in Deutschland gelegen, gestaltet sich zunehmend schwierig. Wer hierfür gute Tipps hat möge sich bitte bei Helga Behnisch oder Ulrike Striebling melden.

Und dann wurden noch die Begrüßerlis ausgegeben, nach Sabines Tassen 2025 hat sich Heike an die ebenso mühevolle Arbeit gemacht und für jede/n eine original 2026 MuGl-Müslischale von Hand bemalt. Respekt und Dank! Bei uns haben sie sich schon im Küchenschrank eingelebt.
Freitag, traditionell nach bewährtem Programmablauf, freuten sich alle auf die Orientierungsfahrt (ganztags mit Lunchpaket), deren Strecke und Aufgaben von Ralf-Peter und Björn-Noah und Heike und Michael anspruchsvoll und reizvoll und liebevoll ausersonnen worden war und allen einen Riesenspaß gemacht hat. Wann kommt man denn schon dazu, öffentlich Tischtennisbälle von Teller zu Teller zu blasen? Die Auswertung der Orientierungsfahrt wurde ins Feschtle integriert, mit der Anmeldung hatte jede/r Teilnehmer/in schon die Anweisung erhalten, sich eine Maskerade zuzulegen, die O-Fahrtgruppen hatten zudem die Aufgabe, gewisse Schlager aus der Klappstuhlliga tanzend zu performen und die Übrigen zum Mitmachen einzuladen – ein fröhlich Gehopse und -zappel in Zwergen-, Hexen-, Karnickel-, Clowns- und Dominaoutfit und weiteren fantastischen Verkleidungen. Leute, das wurde mal so richtig geil!!!

Samstag der Arbeitseinheit zweiter Teil (s. o.), anschließend wieder eine kleine Runde durch Nordhessen. Unter hohen Bäumen in der Waldschänke Burg Heiligenberg kehrten wir ein, um uns bei Kaffee und Erdbeerwaffeln zu laben und begangen dann Abends fröhlich die Grillparty: zu Essen reichlich, voll der fette Grill in der Hütte nebenan und dazu kundige Auftragsgriller, die sich erst Ruhe gönnten, als alles verarbeitet war. – Zeit auch zum Klönen und Pläne schmieden, aber auch dieser Abend klingt ziemlich flott aus…
Sonntag Frühstück, Gottesdienst, Rückmelderunde, Mittagessen und allgemeines Verabschiedungsgeknuddel – zufriedene Teilnehmer treten die Rückreise an.
2027 sind wir wieder in Gernrode zur 50. MuGl.
Fünfzig!? Ja, in dürren Worten Fünfzig (Fuffzich, Finffzigge, Fühnffzisch, 5 Zehen…)
Wer hätte das 1978 bei der ersten gedacht. "Leider sind keine Leute der erste Generation noch mit an Bord. Zwei unserer treuesten Teilnehmer (Tom aus B. bei P. und Spiwi aus C. bei B.) sind gut 40 Jahre dabei, Carola aus K. bei F. war jetzt zum 38.Mal dabei und Helga aus B. bei P. seit 1991 mit 2x Aussetzen, mithin nur 36 Mal - aber bitte, was heißt hier nur?" Apropos heißen, das Ding hieß damals noch Bibelfreizeit, wir waren weniger grau und konnten locker auch in Vierer- oder Sechserzimmern pennen, wenn denn Pennen überhaupt von Nöten war. Aber das war auch vor Erfindung der Rauchmelder/innen….
Nach der MuGl ist vor der MuGl. 2027 wollen wir ein fröhlich-rauschend Jubiläum feiern. Unser Thema „Pilgern“ passt sicher gut zu den zurückliegenden 50 Jahren des Unterwegsseins. Und wer noch krabbeln und kriechen kann, ist herzlich eingeladen, dabei zu sein, in Erinnerungen zu schwelgen, das aktuelle Thema zu reflektieren und einfach eine gute Zeit zu haben.
Und wenn es mit dem 2-rädrigen Mopped nicht geht, so ein Teil mit 3 oder mit 4 Rädern wird maximal integriert, wir haben die Gemeinschaft in uns und definieren uns nie-nie-nie über unsere Teile, oder?
Euer Michael
